Legatio Agrippinae

Realisation einer Projektidee: Legatio Aggripinae in nur 5 Monaten

Im Laufe der Conbesuche des WW-Larp Vereins werden immer wieder Freundschaften geschlossen, die auch über das Larp hinaus gepflegt werden. So entsteht im Rahmen von Cons und privaten Treffen die Idee, mit dieser Truppe eine gemeinsame Larp Gruppe auf die Beine zu stellen, die unter einem ganz eigenen Konzept läuft. Da wir sonst eher im rauheren LARP-Umfeld unterwegs sind, entscheiden wir uns für eine Adelsgesellschaft. Und weil viele Teilnehmer aus dem Raum Köln stammen, kristallisiert sich schnell der Wunsch zur "Kölschen Ritterschaft" heraus. Grundidee ist es, die beiden Ritterzelte des WW-Larp Vereins zu einem großen Festzelt zu vereinen und mit einer Privattheke auszustatten. Premiere für die Ritterschaft wird die Grenzwacht XXI Ende April 2017. Konkrete Planungen für das Projekt beginnen im Dezember 2016.

2 Ritter, 1 Bischof und viel Gefolge

Einzigartige Trossgröße als Alleinstellungsmerkmal

Als Basis für die individuellen Charakterplanungen dient die Background-Geschichte, die im Vorfeld verabschiedet wird. Dass ein Erzbischof, ein Vertreter des religiösen Adels, die geistliche Seite repräsentieren wird, ist von vorneherein Teil der Konzeptidee. Überraschenderweise meldeten sich "nur" zwei Personen mit dem Wunsch, Ritter-Charaktere zu spielen, die den weltlichen Adel repräsentieren: Josef von Oberstolz und der dem Erzbischof treu ergebene Engelbert zu Nippes. Und so entsteht nach und nach eine wahre Ritterschaft mit mehr Gefolge als hohen Herren: dem Knappen des Stolzen Jupp, seinem Stallmeister, Falkner, Köbes, Schankmaiden, Narren, Mägde, Waffenknecht, Nachtwächter sowie Kanonisse, Mönch und Dombaumeister samt Lehrling und nicht zu vergessen: Adelheid, die Falkendame des Stolzen Jupp. Leider ist das Gefolge vereinzelt etwas vorlaut, oder, wie der Stolze Jupp zu sagen pflegt: "Nur weil wir aus Colonia sind, denken hier alle, sie hätten Narrenfreiheit." Die Verkörperung der kölschen Offenheit, Lebensfreude und Direktheit wurde konsequent ins Spiel eingebaut und mit einem individuell für die Legatio erstellten Liederbuch, dem Kölschen Lappen, auf ein besonderes Detailnivau gehoben.

Festzelt mit eigener Theke und Beichtstuhl

IT-Background der Gesandschaft Colonias

Der schreckliche schwarze Tod, die Pest, hatte sich in Colonia Claudia Ara Agripinensium eingeschlichen, im Volksmund „dä fuule Tünn“ genannt, sich auf die Armen gestürzt und auch die Reichen und Adligen hinterrücks überwältigt. In den ersten Tagen der Heimsuchung starben Hunderte und wurden in den Gassen zur Abholung gestapelt. Die maskierten Geistlichen von St. Ursula und St. Severin begleiteten glockenklingelnd und ratschenschwingend die des Nächtens arbeitenden Geisterzüge von Leichenbergungsmannschaften. Wenn deren Radau ertönte sagten die Bürger "dr Zoch kütt, lass op heim jonn, mer maache de Pootz vun drinne zo".

Stadtherren und Händlerfürsten verhängten scharfe Quarantänen über einzelne Stadtviertel, darunter St. Agnes und Nippes. Bruder Hunger machte seine Aufwartung. Die Angst legte ihre grauen Schwingen um die stärksten Stadtmauern Europas. Scharen von Flüchtlingen wurden von den Stadtsoldaten aufgehalten oder auf der Flucht vor der Stadt von Büttelmannschaften mit Gewalt wieder zurückgetrieben.
Der tyrannische Markgraf Detlef von der Düssel brachte die benachbarten Fürstentümer dazu, ihre Armeen auszusenden und Agripinensium von außen einzukesseln und zu isolieren. Seitdem gelangen nur noch wenige Nachrichten aus der verpesteten Stadt und noch weniger Menschen konnten sich hinaus retten. Man munkelt, dass der Erzbischof mit einem kleinen Gefolge einer der Letzten war, die sich hinausstehlen konnten ...

Ritterliches Tjost-Turnier

Das Spiel auf der Grenzwacht XXI

Der Stolze Jupp kämpfte sich bei seiner ersten Teilnahme am jährlichen Turnier im Rahmen des Engonischen Frühlingsfestes im Fußkampf sowie beim Tjosten in so manches Herz. Das große Gefolge imponierte den edlen Herren und Zuschauern des Turniers. Der Hofnarr des Stolzen Jupp, Severin, wurde bei der Vorstellung seines Lehensherrn außerplanmäßig geehrt. Er wurde promt von dem frisch gekrönten Baronspaar von Feuerklinge als Pausenunterhalter - unterstützt von seiner Lehrlingsnärrin Coco Lores - engagiert.
Beim Besuch des Barons von Feuerklinge samt Gattin in der Festhalle der Legatio Aggripinae, konnte sich dieser auch vom edlen Kölschtropfen des Braumeisters Bruder Schorsch erfreuen, serviert von Jupp, dem besten Köbes Colonias. Wenn der geistliche und der weltliche Adel Hand in Hand arbeiten, steht der Legatio gegebenenfalls ein vielversprechendes Land zur Wiedererrichtung Colonias samt Dom in Aussicht ...